Scheinbar kann sich der Verbraucher von seinen Glühlampen noch nicht richtig trennen, da helfen weder Verbote, noch gute Argumente für Energiesparlampen. Oder ist es vielleicht doch der Handel Schuld und will nicht auf zig tausenden alten Glühbirnen sitzen bleiben? Seit mehr als ein Jahr ist der Verkauf der 100 Watt Glühbirne verboten, dieses Jahr trat sogar schon die zweite Stufe in Kraft und trotzdem sind in vielen Läden noch kartonweise 100 Watt Glühbirnen zu finden. Allein in diesem Jahr wurden noch 250.000 dieser Glühbirnen verkauft, Umweltschützer sind entsetzt, das gesetzliche Verbot scheint keine Wirkung zu zeigen.
Zur Erinnerung: Zum 01.09.2009 trat das neue Gesetz in Kraft, das auch in Deutschland die Vorgaben der EU umsetzen sollte. Schrittweise wurde die alte Glühbirne verboten, der Verbraucher muss auf Energiesparlampen ausweichen. Bis zum Jahr 2020 sollen rund 15 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart werden. Der Verbraucher profitiert zudem von sinkenden Stromrechnungen. Soweit zumindest der Plan, in der Realität sieht das Ganze scheinbar etwas anders aus. Obwohl das Verbot bereits seit langem in Kraft getreten ist, werden immer noch viermal so viele Glühbirnen wie Energiesparlampen verkauft. Die Deutsche Umwelthilfe sieht das Ziel deutlich verfehlt. Die Deutsche Umwelthilfe sieht das Problem auch in den „Hamsterkäufen“ der Händler. Bevor es keine Glühbirnen mehr gab, wurden noch große Mengen eingekauft und damit eine rechtliche Grauzone geschaffen. Denn mit dem Stichtag durften zwar keine Produktionen mehr in Auftrag gegeben werden, aber die Bestände in den Lagern der Händler durften weiterhin verkauft werden. Und anhand der Zahlen, lässt sich deutlich erkennen, dass sich diese Grauzone bezahlt gemacht hat, zumindest für den jeweiligen Händler.
Interessanterweise scheint der Deutsche wieder einmal ein Phänomen abzudecken, denn in anderen europäischen Ländern klappte die Umstellung sehr viel besser und Hamsterkäufe gab es kaum. In Ländern wie Frankreich und Großbritannien ging der Verkauf alter Glühbirnen stark zurück, in Deutschland stieg er erst einmal sprunghaft an. Und ein weiteres Phänomen hat sich gebildet, selbst wenn die Lagerbestände vor Ort einmal ausverkauft sind, im Internet hat sich ein „Schwarzmarkt“ gebildet und der Verkauf alter Glühbirnen verspricht auch in der nächsten Zeit ein einträgliches Geschäft zu werden.
Quelle: welt.de
Die Frage ist aber doch, warum sträuben sich deutsche Verbraucher mit Händen und Füßen gegen Energiesparlampen? Auf der einen Seite bemängeln wir hohe Stromrechnungen und möchten gerne umweltbewusst handeln und auf der anderen Seite werden Neuerungen derart blockiert. Warum funktioniert die Umstellung in anderen europäischen Ländern so problemlos, nur in Deutschland nicht? Und dies ist nicht das einzige Beispiel für das teilweise rückschrittliche Denken und Handeln in Deutschland.
