Archiv für die Kategorie: Glühbirne

Glühbirne kurz vor der Rettung?

Lampenladen24 in Glühbirne am 22.12.2010  

Man muss nicht alles verstehen und manchmal muten die Entscheidungen der Politik doch etwas seltsam an. Erst wurde der alten Glühbirne das Aus erklärt und Energiesparlampen angepriesen und nun soll es plötzlich heißen, die heiß geliebte Glühbirne kommt zurück? Besteht vielleicht doch noch Hoffnung für das schöne warme Licht, für Nostalgiker und Verfechter der Glühbirne?

Hintergrund dieser ganz neuen Meldung sind Überlegungen führender EU-Parlamentarier, die angeblich das Glühbirnenverbot zu Fall bringen wollen. Das Umweltbundesamt hatte kürzlich auf die Gesundheitsgefahren hingewiesen. Geht eine Energiesparlampe kaputt und zerbricht, ist der austretende Quecksilberanteil deutlich zu hoch und stelle eine Gefahr für den Bürger dar. Der Vorsitzende des Industrie-Ausschusses, Herbert Reul (CDU), sagte der Zeitung “Die Welt”, er werde alles dafür tun das Glühbirnenverbot zu kippen. Seiner Ansicht nach dürften Energiesparlampen gar nicht mehr verkauft werden. Weiterhin führte Reul aus, dass die Politik sich vom Klimaschutzwahn habe treiben lassen, dies sein Symbolpolitik und diene weniger dem Klimaschutz und schon gar nicht der Gesundheit der Menschen.

Auch die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Silvana Koch-Mehrin (FDP), forderte eine Aussetzung des Glühbirnenverbots. Sie bezeichnete Energiesparlampen als „Sondermüll als Lichtquelle“. Sie forderte ebenfalls eine Aussetzung des Glühbirnenverbots, zumindest für private Haushalte, so lange bis die Energiesparlampe die gesundheitlichen Kriterien erfüllen könne.

Tatsächlich empfahl die Bundesbehörde, dass sich Kinder und Schwangere von Energiesparlampen fernhalten sollten, da der Quecksilberwert um ein Zwanzigfaches überschritten wird, wenn die Energiesparlampe zu Bruch geht.

Herkömmliche Glühbirnen mit 100 und 75 Watt dürfen bereits jetzt nicht mehr verkauft werden, ab dem nächsten Jahr tritt der dritte Schritt in Kraft, dann dürfen auch 60 Watt Glühbirnen nicht mehr verkauft werden. Interessanterweise konnte man auch mit der Einführung der Energiesparlampen nirgendwo nachlesen, dass der Stromverbrauch der privaten Haushalte deutlich verringert wurde. Und auch auf den Stromrechnungen der Bürger konnte sich keine Verbesserung einstellen. Ob die Energiesparlampe wirklich einen so großen Nutzen darstellt, wie man uns Bürgern glauben machen will, bleibt dahin gestellt. Man darf aber weiterhin gespannt sein, ob das EU-Parlament tatsächlich seine Forderungen durchsetzen wird und wir in naher Zukunft wieder Glühbirnen nutzen können.

Aufwind für die Glühbirne?

Lampenladen24 in Glühbirne am 03.12.2010  

Die stark erhöhten Quecksilberwerte einer zerbrochenen Energiesparlampe führen zu neuen Diskussionen um die alte Glühbirne. Messungen haben ergeben, dass eine zerbrochene Energiesparlampe 5 Stunden lang Quecksilberwerte ausstrahlt, die 20-mal höher liegen als überhaupt erlaubt. Hinzu kommt der Aspekt, dass immer noch viel zu wenige Geschäfte die Energiesparlampen zurück nehmen und fachgerecht entsorgen. Die erhöhten Quecksilberwerte führen zu einer erneuten Diskussion um die Glühbirne, Anhänger des „alten“ Leuchtmittels wird es sicherlich freuen.

Vor allem Verbraucherschützer fordern eine Umkehr des Glühlampenverbotes und zwar so lange, bis eine sichere Energiesparlampe entwickelt worden ist. Der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (kurz: vzbv) forderte konkret: „Die Glühbirne muss über das Datum Herbst 2011 im Handel bleiben. Zuerst wäre es Aufgabe der Energielampen Hersteller eine bruchsichere und ungefährliche Energiesparlampe zu entwickeln, bevor ein endgültiges Verbot aller Glühbirnen in Kraft tritt.“  Der vzbv forderte die Regierung auf, in Brüssel müsse eine Aussetzung des Verbotes erwirkt werden. Es dürfe nicht sein, dass man ein sicheres Produkt gegen ein unsicheres Produkt eintauschen würde.

100 Watt und 75 Watt Glühbirnen dürfen nicht mehr verkauft werden. Ab September 2011 tritt die dritte Stufe des Glühbirnenverbotes in Kraft, mit diesem Datum dürfen auch keine 60 Watt Glühbirnen verkauft werden. Für den Verbraucher dürfte die dritte Stufe am bedeutendsten sein, denn gerade 60 Watt Glühbirnen werden im Haushalt am häufigsten eingesetzt.

Neben der Aussetzung des Verbotes ging der vzbv aber noch ein Stück weiter und forderte ein Rückgaberecht für Energiesparlampen mit überhöhten Quecksilberwerten. Verbraucher müssen das Recht erhalten diese Energiesparlampen zurück geben zu können.

Auch das Bundesumweltamt warnt vor den überhöhten Quecksilberwerten, hat aber bislang nur zwei Energiesparlampen getestet. Damit lassen sich keine verwertbaren Ergebnisse erzielen. Um umfangreich über dieses Problem berichten und verwertbare Daten erzielen zu können, müssten sehr viel mehr Energiesparlampen getestet werden. Das Bundesumweltamt rät vor allem schwangeren Frauen und Kindern, sich von zerbrochenen Energiesparlampen fernzuhalten. Sollte zu Hause eine Energiesparlampe zerbrechen, müsse umgehend sorgfältig mit weit geöffnetem Fenster gelüftet werden. Wird richtig gelüftet, sinkt der Quecksilbergehalt in der Raumluft schnell wieder ab. In Kinderzimmern, wo schneller eine Lampe zerbrechen könnte, sollte man Energiesparlampen einsetzen, die über eine Kunststoffummantelung verfügen.

Ob die ermittelten Werte aber tatsächlich zu einer Rücknahme des Glühbirnenverbotes führen werden, bleibt fraglich. Wahrscheinlich wird man die Produzenten der Energiesparlampen anhalten die Werte zu verbessern.

Kurios- der „Heatball“

Lampenladen24 in Glühbirne am 08.11.2010  

Ideen muss der Mensch haben, dann schafft er es sogar bis in die Schlagzeilen der FAZ. Siegfried Rotthäuser, Beruf Ingenieur, erschuf den „Heatball“. Was dahinter steckt? Man glaubt es kaum, eine simple Glühbirne. Siegfried Rotthäuser verkauft diese nun als Heizung. In ganz Europa dürfen 60 Watt Glühbirnen nicht mehr verkauft werden, doch Siegfried Rotthäuser wollte dies nicht so einfach hinnehmen. Er beteuert, sein „Heatball“ sei schließlich keine normale Glühbirne, sondern eine kleine Heizung. Damit umgeht er das Verbot ganz clever und fand zahlreiche Anhänger. Der promovierte Maschinebauingenieur verkauft seine kleinen Heizungen über das Internet und das mit Erfolg.

Der einfallsreiche Unternehmer beteuert, dass seine „Heizung“ durchaus effektiv sei, immerhin produziert sie 95% und ein kleines bisschen leuchten kann sie auch. Der Wirkungsgrad sei damit extrem hoch und gerade jetzt in der kalten Winterzeit kann der „Heatball“ gute Dienste leisten. Seine „Kleinstheizungen“ hat der findige Unternehmer in China geordert, 4000 75 und 100 Watt Glühbirnen hat er importieren lassen. Die Packung bedruckte er mit der Aufschrift „Heatball“. 1,69€ kostete eine Kleinstheizung und innerhalb weniger Tage waren alle ausverkauft.

Eigentlich entwirft sein Unternehmen hydraulische Pressen und Maschinen, doch der Ingenieur ärgert sich über das Verbot der Glühbirnen. Er bezweifelt die Wirkung der Energiesparlampen. Zwar sparen diese tatsächlich Stromkosten, benötigen aber viel zu viel schädliches Quecksilber. Der Weg der Entsorgung ist bis heute auch nicht vollständig ausgebaut, zahlreiche Geschäfte nehmen die Energiesparlampen nicht zurück. Diese gelangen dann in den normalen Hausmüll und das giftige Quecksilber in die Umwelt.

Reich werden wollte er mit dieser Idee nicht, 30 Cent aus jeder verkauften Glühbirne gingen an ein Projekt zur Rettung des Regenwaldes. Viel mehr möchte er seine Idee als Protest und Widerstand verstanden wissen und er möchte aufmerksam machen. Ein Verbot für den Verkauf gab es bislang noch nicht, ob die EU-Juristen seine Idee allerdings widerstandslos hinnehmen werden, ist auch noch nicht sicher. Ob er seinen „Heatball“ allerdings nochmal verkaufen will, ließ der einfallsreiche Unternehmer noch nicht verlauten.

Die Geschichte der Glühlampe ist ungefähr 200 Jahre alt, sie begann im Jahr 1809 mit der ersten Bogenlampe und am 1.September 2009 wurde die Endrunde eingeläutet. 200 Jahre leistete die Glühlampe treue Dienste und nun muss sie zugunsten der Energieersparnis ihren Dienst beenden. (weiterlesen…)